Thema:    » Mündungsgebiet der Peene   » Seite: 71

    
 
Dort, wo die Peene Usedom vom Festland trennt, ragen imposante Brückenreste in den Himmel: Das Hubteil der Karniner Brücke steht seit Ende des 2. Weltkrieges als unverändertes Fragment und als technisches Denkmal mitten im Peenestrom. Mit der Zerstörung der Brücke wollte die Wehrmacht den Vormarsch der Roten Armee verzögern. Die Sprengung brachte drei Tage Zeitgewinn - und kappte eine historische Bahnverbindung. Rund 30 Züge hatten vor dem Krieg die Berliner in ihre "Badewanne" namens Usedom chauffiert. Seit 1876 gab es eine direkte Bahnverbindung zwischen Berlin und der Insel Usedom. Ein Vorgänger der Hubbrücke wurde 1875 zunächst als handbetriebene Drehbrücke gebaut. Sie musste für den Schiffsverkehr im Peenestrom stets offen stehen und wurde nur geschlossen, wenn ein Zug die Brücke passieren sollte. 1908 erfolgte der zweigleisige Ausbau der Strecke. Aufgrund des gestiegenen Zugbetriebes und der höheren Verkehrslasten erfolgte in den Jahren 1932/33 bei laufendem Zugverkehr der Bau der Hubbrücke - eine für die damalige Zeit herausragende technische Leistung. Die Brücke hatte eine Gesamtlänge von 360 Metern, die Länge des Hubgerüstes betrug 51,7 Meter, die Höhe 35 Meter. Sie war bis zu ihrer Zerstörung am 29. April 1945 die wichtigste Verkehrsanbindung von Usedom an das Festland. Die Brücke querte den Fluss zwischen Kamp und Karnin. Bei der Sprengung wurden die insel- und festlandseitigen Flutbrücken zerstört, die eigentliche Hubbrücke blieb unbeschädigt. Bahnaktivisten wollen jene Zugverbindung wiederbeleben, die einst Heinrich Mann und Kurt Tucholsky begeisterte. Der ehemalige Bahnhof in Karnin ist heute Museum und bewahrt die Geschichte dieses historischen Ensembles.

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