Thema: » Das Peenetal

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Auch die Wikinger siedelten während der Altslawenzeit im Peenegebiet. Davon zeugt ein Flächendenkmal der besonderen Art - der Seehandelsplatz Menzlin bei Anklam, der vom 8. bis zum 10. Jahrhundert bestand. Zu dieser Zeit lag die Siedlung direkt an der "via regia" - der Königsstraße. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1965-1969 wurden acht Wikingergräber in Schiffsform und elf kreisförmige Steinsetzungen freigelegt. Im südlichen Ostseeraum ist diese Fundstätte einmalig. Den Hafen erreichten die Händler über einen übersandeten Steindamm, der mit Flechtwerk gesichert war. Dieser, für die damalige Zeit neuartige Straßendamm, gilt als die älteste noch erhaltene Straße Mecklenburg-Vorpommerns. Nach dem Zerfall des Lutizenbundes entstand um 1100 unter Wartislaw I. ein westpommersches Herzogtum mit Sitz in Demmin. Die Bekehrung der heidnischen Slawen zum christlichen Glauben begann auf Initiative des Polenherzogs Boleslaw III.
durch den Missionar Otto von Bamberg. Doch erst der Wendenkreuzzug durch sächsische Kreuzfahrer im Jahr 1147 brachte den gewaltsamen Durchbruch für den christlichen Glauben in Pommern. Es entstanden Kirchen und die ersten Klöster bei Stolpe (1153) und Dargun (1172). Durch die Missionierung war Pommern stärker ins Blickfeld der Deutschen geraten, die ab der Mitte des 13. Jahrhunderts die slawischen Gebiete an der Peene besiedelten. Sie kamen aus den heutigen niedersächsischen, westfälischen und niederlän- dischen Landen. Die deutschen Siedlungen wuchsen wegen der fortschrittlicheren Techniken in der Landwirtschaft (Dreifelderwirtschaft, schollenwendender Pflug) und wegen des damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolges schneller als die der Slawen. Mit der bäuerlichen deutschen Siedlung einher ging bis etwa 1350 die Gründung der meisten Städte Vorpommerns, so auch im Bereich der Peene.

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