Thema: » Das Peenetal

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Das heutige Bild des Peenetals ist das Ergebnis vielfältiger menschlicher Eingriffe in die natürliche Moorentwicklung. Wesentlich waren insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung und der Torfabbau. Schon für die früheste Besiedlungsgeschichte lassen sich anhand archäologischer Funde Rückschlüsse auf die landwirtschaftliche Nutzung des Peenetals ziehen. Die reichen Fisch- und Wildbestände bildeten die Ernährungsgrundlage der ersten Siedler. Die slawischen Stämme nutzten die vorhandenen Wiesen als Weiden für die Viehwirtschaft. Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert entstanden an der Peene als Folge der wachsenden Besiedlung vermehrt landwirtschaft- liche Nutzflächen. Zugleich begann die bäuerliche Viehzucht in den Wäldern, die sogenannte Hutehaltung. Damit einher ging jedoch die Zerstörung der Waldgebiete. Denn durch den Verbiss der Tiere wurde das Niederholz zerstört und der Wald konnte nicht nachwachsen. Zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert wurden zudem große Waldbestände zur Gewinnung von Brennholz und Baumaterial abgeholzt und gerodet. Dadurch vernässten natürliche Weideflächen an der Peene und wurden zu sumpfigen Feuchtwiesen. Erhebliche Auswirkungen auf die Verwüstung landwirtschaftlicher Flächen südlich und nördlich der Peene brachte der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 mit sich. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts hatte man erkannt, welche
Schäden mit der Rodung der Wälder einhergingen. Es entstanden die ersten Torfstiche zur Gewinnung von Brennmaterial.Ab 1879 begannen an der Peene erste Meliorationsmaßnahmen. Die steigende Viehproduktion erforderte die Ausweitung der Anbauflächen für Futtermittel. Zwischen 1920 und 1939 wurden die Meliorationsarbeiten intensiviert, große Flächen gepoldert (eingedeicht) und als Grünland genutzt. Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR in den 1960er Jahren wurde die landwirtschaftliche Nutzung in etwa der Hälfte der Moorflächen durch die Anlage von Poldern mit hochintensiven Grünlandmonokulturen weiter verstärkt   (Komplexmelioration). Mithilfe tiefer Gräben und vieler Pumpstationen senkte man den Wasserspiegel im Moor um 4 Meter ab. Melioration, Düngung, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Umbruch der Flächen hatten einen massiven Abbau des Torfkörpers und eine gravierende Entwässerung des Moores und der Wiesen zur Folge. Die Torfschichten waren durch die Absenkung des Grundwasserspiegels für den Sauerstoff zugängig. Schlagartig setzten mikrobiologische Abbauprozesse ein. Nährstoffe wurden ausgespült. Die Polder senkten sich und waren nach der Trockenlegung nicht mehr in der Lage, Wasser aufzunehmen und zu leiten. Die Böden wurden von Jahr zu Jahr wertloser, die Erträge sanken.

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