Thema: » Das Peenetal

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Obwohl die  Nutzung  des  Torfs  als  Brennmaterial  schon
seit dem Beginn  der  Bronzezeit bekannt  ist,  wurde diese
Ressource wohl erst ab dem Mittelalter im Peenegebiet als
Brennstoff genutzt. Die Wälder boten schließlich genügend
Holz.  Bis  etwa  1800  wurde  deshalb  nur  vereinzelt  Torf
abgebaut. Danach erfolgte bis Ende des 19. Jahrhunderts
die Brenntorfgewinnung vor allem im Umfeld der Städte.
 
Die Bevölkerungsentwicklung und die Schäden durch die Rodung der Wälder machten eine intensivere Nutzung des Torfes notwendig. Das Torfstechen von Hand war eine sehr mühevolle Arbeit. Erst mit der Einführung von Torfstechmaschinen wurde die Torfgewinnung etwas leichter. Mit Hilfe der Maschine wurde der Torf in Form eines großen Quaders an die Oberfläche gehoben. Dann wurde er mit einem speziellen Spaten in gleichgroßen, gebrauchsfertigen Stücken Schicht für Schicht abgetragen. Die gestochenen Stücke wurden tropfnass auf Loren abtranspor-
tiert, in brikettgroße Stücke zerteilt und zum Vortrocknen in kleinen Häufchen aufgestellt. Wenn genügend Wasser verdunstet war, wurden die einzelnen Torfstücke zur endgültigen Trocknung in
mehreren Schichten kreisförmig in sogenannten Ringeln - mit jeweils 36 Torfstücken - aufgestellt. Nach Abschluss der Trocknung war der Torf steinhart und konnte zu Mieten aufgesetzt werden. Zwischen 1840 und 1890 sind die meisten Torfstiche entstanden. Als die Region 1863 an das Eisenbahnnetz angeschlossen und die Kohlefeuerung eingeführt wurde, verlor die Torfgewinnung an Bedeutung. Denn der Heizwert der Kohle war sehr viel höher. Torf hat in trockenem Zustand einen der Braunkohle vergleichbaren Heizwert und einen sehr hohen Aschegehalt; ist also ein eher minderwertiger Brennstoff. In Notzeiten wie während des zweiten Weltkrieges und in den Nachkriegsjahren griff man jedoch immer wieder auf den Torf für Heizzwecke zurück.
Mancherorts wurde der natürliche Brennstoff vor der Haustür noch bis in die 1970er Jahre gestochen. Wer die Peene heute auf dem Wasser erkundet, wird entlang des gesamten Flusses Torfstiche sehen - oft mehr als vier Meter tief. Besonders gut zu erkennen sind die meist rechteckig angelegten Abbauflächen aus der Luft. In den ehemaligen Torfstichen sind neue Lebensräume entstanden. Hier bauen Biber ihre Burgen, gehen Fischotter auf die Jagd und tummeln sich viele Vogelarten.

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